PASST WIE ARSCH AUF EIMER

Eine Auseinandersetzung mit Punk’s Finest, dem Weinprojekt von Gerald Travnicek und Christoph Artner. Oder was Punk, das Carnuntum und ein alter Tätowierer aus Bad Ischl gemeinsam haben.

Kennt das noch jemand? Man sieht etwas, will es unbedingt haben und hofft, dass es passt? In manchen Fällen (speziell was den Kleiderkauf betrifft), gibt es herbe Enttäuschungen und auch in meinem Fall war ich vorsichtig, denn selten hab ich so gehofft, dass alles stimmig ist wie…doch beginnen wir von vorne!

 

Aufgabenstellung: Finde einen coolen Wein, lässiges Etikett, gute Story und tolle Qualität.

 

So weit, so gut – dann am besten einmal entspannt in meinen gemütlichen Ledersessel setzen und nachdenken. Da fällt mein Blick auf eine alte Clubbingeinladung von Superfly und es fällt mir wie Schuppen von den Augen: die Weine von Punk’s Finest unter der Leitung des dynamischen Duos Gerald Travnicek (DJ und die kreative Schaltzentrale) und Winzer Christoph Artner (der Checker)! Unkonventionell, modern, witzig, aber immer authentisch – so präsentieren sich zumindest einmal die Etiketten! Coole Namen wie Daydreamer oder Rosy Cheek lassen mich hoffen, dass der Inhalt das hält, was die schrillen Flaschen versprechen. Den weißen Schaumwein „Tears of Joy“ kenne ich aus dem 25hours-Hotel und liebe ihn – da muss der Rest bitte auch passen!

Kurzerhand arrangiere ich eine Verkostung mit Gerald Travnicek, den ich durch seine DJ-Arbeit kenne und schätze – Musik ist auch meine Leidenschaft – und wir treffen uns (wie passend) im Ruby Sophie, der Hotelbar der alten Sophiensäle. Was für eine coole Location! Schummriges Licht, gemütliche, alte Möbel, liebevoll restauriert, Dave-Brubeck-Schallplatten neben Beethovens Kunstbüchern, bunt, unkonventionell – das gefällt mir schon einmal.

Ganz entspannt wie in einem Wohnzimmer sitzen Gerald und ich uns gegenüber und als Aperitif schenkt er mir den Chardonnaysekt „Tears of Joy“ ein. Traditionelle Flaschengärung, 40 Monate Lagerung auf der Hefe, minimalste Dosage – mein altes Champagnerliebhaberherz macht entzückte Sprünge! Ein bisserl Brioche, ein bisserl Vanille – fast wie wenn man um 5 Uhr in der Früh an einer Bäckerei vorbeigeht und einem bei dem warmen Duft das Wasser im Mund zusammenläuft. Herrlich! Es darf gern so weitergehen.

Gerald schenkt mir den ersten Weißwein ein. „Unsere Weine haben zwar eine Linie, passen aber in keine Schublade! Jeder Wein spiegelt genau das wider, was wir wollen: Spaß am Weintrinken!“ Hmmm – der Slogan könnte von uns sein! „In der Nase mag ich es duftig, am Gaumen aber lieber trocken und würzig. Daher haben wir den Daydreamer gemacht: 30 % Muskateller und 70 % Veltliner.“ BINGO – mein Wort! Im Leichtweinbereich ist das doch einfach herrlich – und tatsächlich tänzelt mir bei dem Wein ein zauberhaft fruchtiger Muskatellerduft entgegen, der dann aber im Glas den würzig-machoiden Veltliner raushängen lässt. I like! Gekauft!

 

Ein superber Wein – nicht zu fett, aber bei Gott nicht dünn.

 

Beim nächsten Weißwein fallen mir die drei Buchstaben T.F.A. auf, die auf dem fetzigen schwarz-weißen Etikett stehen. Was das heißen soll, frag ich und Gerald lacht. „Eigentlich heißt das Time for Action, aber im 25hours-Hotel sagen sie nur „The Fucking Awesome“ dazu! Im Prinzip kann sich jeder seinen individuellen Namen dafür ausdenken.“ Ich beginne zu sinnieren…Toughest Fireman Alive, Tiermedizinischer Fachangestellter,…mir fallen spontan keine lustigen Namen ein und so widme ich mich lieber dem Wein per se. Wieder eine Cuvée: Chardonnay mit etwas Weißburgunder, in der Nase eher zurückhaltend, am Gaumen wunderschön cremig. Ein superber Wein – nicht zu fett, aber bei Gott nicht dünn!

Mit Weiß sind wir durch und mein Blick kreist über die Weine. Da sehe ich „ihn“: Johnny schreit auf dem „Rotten“ in sein Mikro! Der Sänger der legendären Sexpistols, die mein altes Punkerherz höher schlagen lassen, ziert das schrille, extrem lässige Etikett!

„Zweigelt – eh klar, die Nationalrebe des Carnuntums – ein bisserl Portugieser und etwas Merlot. Ganz klassisch, fruchtig, unkompliziert, ein Wein zum gemütlichen Essen, Trinken, Partymachen.“ Links oben prangt das Oldschool-Logo der Punk’s Finest, Rock’n’Roll vom Feinsten. Auf meine Frage, wer das entworfen hat, antwortet Gerald stolz, dass hier keine Agentur oder Grafikdesigner am Werk war, sondern bis hin zum Logo alles authentisch entstanden ist, denn der Künstler dahinter ist ein alter Tätowierer aus dem malerischen Bad Ischl. Wow – aus meiner Heimatstadt? Das kann doch echt nur ein Zeichen von Weingott Dionysos sein!

Ich koste, bin begeistert vom Trinkfluss, der erfrischenden, aber unaufdringlichen Säure, dem herrlich animierenden Kirschduft, pfeif’ auf „Verkosten und Spucken“, beschließe mein Auto heute stehen zu lassen, schenke mir noch ein Glas ein und stoße mit Gerald auf unser gemeinsames Weinprojekt an! God save the wine oder wie mir auch gut gefällt: Never Mind the Bollocks, here’s Just Taste!

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Gelesene Weine:
Daydreamer 2016 | Punk's Finest Daydreamer 2016
Punk's Finest
9,50 € *
Inhalt 0.75 Liter (12,67 € / 1 Liter)
T.F.A. | Time for Action 2015 | Punk's Finest T.F.A. | Time for Action 2015
Punk's Finest
11,90 € *
Inhalt 0.75 Liter (15,87 € / 1 Liter)
Rotten 2013 | Punk's Finest Rotten 2013
Punk's Finest
14,50 € *
Inhalt 0.75 Liter (19,33 € / 1 Liter)
Riot by the Glass 2016 | Punk's Finest Riot by the Glass 2016
Punk's Finest
13,90 € * 15,50 € *
Inhalt 0.75 Liter (18,53 € / 1 Liter)
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