DIE MÄNNER DAHINTER, DER WEIN DAVOR

Das Weingut Peter Schweiger ist richtig großartig. Aber kaum bekannt. Warum ist das so? Und warum sollte sich das ändern?

Peter Schweiger ist ein Schweiger. Jedenfalls redet er nicht viel mit den Medien und macht sich in Sachen Öffentlichkeitsarbeit weit weniger wichtig als viele seiner Kollegen im Kamptal, wo Schweiger keltert.

Das Schweiger-Schweigen hatte und hat aber auch Gründe. Peter Schweiger senior, von dem zuerst die Rede war, hat einen großen Teil der Agenden des Betriebs an Peter Schweiger junior übergeben. Generell muss gesagt werden, dass in keinem europäischen Weinbauland die Aufgaben an die jüngere Generation so früh und vor allem so umfassend transferiert werden wie in Österreich. Auch das hat Gründe. Einer dieser Gründe sind die Erfahrungen, die die jetzt übergebende Winzergeneration mit ihren Vätern in Zeiten des Weinskandals von 1985 machen mussten. Da konnte mancher Altwinzer von seinen Kindern nur mit Nachdruck gebeten werden, das Feld zu räumen. Damals war aber auch Stunde null im österreichischen Weinbau; eine unvergleichliche Situation, denn die damals Jungen mussten quasi von vorne beginnen. Das haben sie – in Österreich für einen Wirtschaftssektor einzigartig – grandios gemacht.

Das Weingut Peter Schweiger ist also nicht so bekannt wie andere Winzerbetriebe. Dabei ist Schweiger ein großer Betrieb, der jährlich mehrere zehntausend Flaschen füllt. Sehr viele dieser Flaschen kommen jedoch unter der Marke Laurenz V auf den (vor allem) internationalen Markt; ein Projekt, das Schweiger als Önologe seit dem Tag 1 begleitet. In der weltweiten Spitzen- und Szenegastronomie sind Schweigers Weine also zahlreicher vertreten als jene der meisten Kollegen aus Österreich. Auch diese Exportorientierung ist unüblich und ganz und gar unösterreichisch.

 

Zum Neu-Aufstellen gehört nicht nur ein neues Etikett.

 

Wenn man ein erfolgreiches Subunternehmen im eigenen Weingut hat, dann penetriert dieser Erfolg irgendwann mal die eigenen Weine, die den eigenen Namen tragen. Das hat man am Weingut Schweiger kapiert und die Schweiger-Weine neu aufgestellt. Zum Neu-Aufstellen gehört aber nicht nur ein neues Etikett (jenes der Schweigers ist besonders gut gelungen), sondern auch ein veränderter, angepasster Zugang zum Weinmachen. 

Das bedeutet freilich, dass man auf Nachhaltigkeit und umweltgerechte Weinbautechniken setzt. Dass auch große Betriebe biologisch arbeiten können, haben die französische Region Rhône und der dortige Großbetrieb Guigal ausreichend bewiesen. Viele Konsumenten können das Gerede über alte Betriebe, die sich neu orientieren, kaum mehr hören. Doch ist diese Entwicklung von großer Bedeutung; bedeutet sie doch ein Umdenken einer ganzen Landwirtschaft. Und das inzwischen in ganz Europa. Da entsteht so nebenbei vorbildhaft Großes.

Wesentlich bei den „neuen“ Schweigers ist aber, dass sie den Weinen mehr Zeit zum Reifen und Gedeihen lassen und sie erst ab einer gewissen Trinkreife auf den Markt bringen. Das war zuletzt vor allem beim Grünen Veltliner aus der Mode gekommen, wo man seit Jahren schon auf schnelle, fruchtige Saufweine setzt. Die sind sicher keine falsche Idee, aber entsprechen nicht dem dualen Charakter dieser Sorte, die auch große, lagerfähige Weine im Stile großer Burgunder liefert.

Just Taste hat neben dem grandiosen und extrem günstigen Einstiegsveltliner Kogelberg (ein Alltagswein, der mehr als ein Alltagswein ist) zwei dieser hochwertigen und lagerfähigen Schweiger-Weine im Sortiment. Beide aus der Prestigelage Zöbinger Heiligenstein, ein einzigartig vorteilhafter Hügel, der die Region überragt. Beide Weine kommen aus dem Jahrgang 2015, sind jetzt erst auf die Reise zu den Händlern gebracht worden und mindestens zehn Jahre lagerfähig. Neben dem sehr preiswerten Veltliner Reserve findet sich auch ein für diese Kraft und Wucht günstiger Riesling Reserve bei Just Taste. Auf diesen Wein wollen wir besonders hinweisen, verkörpert er geradezu vorbildlich den Unterschied zwischen österreichischen und deutschen Rieslingen, die sich in Sachen Mineralität, Dichte und Samtigkeit (gerne auch „Cremigkeit“ genannt) beeindruckend unterscheiden. Deutsche Rieslinge sind seit einigen Monaten (völlig zu Recht) in Österreich sehr beliebt. Aber gleichzeitig verliert der österreichische Riesling (völlig zu Unrecht) zunehmend seine Stellung. Die Riesling-Reserve 2015 von Schweiger kann die Geschichte und die Individualität des österreichischen Rieslings gut erzählen. Er singt sie – sozusagen.

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